Telmo Pires & Maria Baptist - S I N A L

22.10.09 20:00
Werft - Neues Theater Halle

Zwei Solisten, jeder für sich einzigartig, prallen erfüllt von Kraft, Emotionen und Wärme wie Kometen aufeinander. Telmo Pires, international erfolgreicher und einziger in Deutschland lebender männlicher Fado Interpret - begegnet der „Queen of German Jazz-Piano“ - Maria Baptist. Eine Kombination die es in dieser Form noch nicht gegeben hat.

Er ist schön, strahlt Persönlichkeit und Männlichkeit aus. Sein Auftreten besticht durch Eleganz, Sinnlichkeit und Energie. So anders als das bestehende Bild des klassischen Fado-Protagonisten. Die Themen seiner Lieder berühren alles, was das Leben ausmacht. Melancholie, Leidenschaft, Kraft und Fragilität. Alles vereint sich meisterlich im Fado, wie Telmo Pires ihn singt. Die Musik an die sich seine Stimme klammert, windet, inne hält, um im nächsten Moment auszubrechen, Musik die für ihn maßgeschneidert zu sein scheint und niemals nur als Begleitung, sondern als gleichwertiger Partner in einem Moment größter Intimität zu sehen und spüren ist – diese Musik kommt von einer Frau, die zu Recht von der Fachpresse als „Verführerin an den Tasten“ bezeichnet wird: Die Jazzpianistin Maria Baptist.

Ihre Zusammenarbeit sehen beide als eine Art Fügung. Frei nach Picassos Motto „Ich suche nicht, ich finde“, sind sie sich begegnet und haben in kurzer Zeit das Repertoire des Albums „Sinal“ (Zeichen) erarbeitet. Oder besser ausgedrückt: entstehen lassen.

Für Telmo Pires ist Fado Heimat, Ausgangspunkt und Ziel zugleich. Mit Maria Baptist bewegt er sich von klassischen Fado-Standards über Jazzklänge hin zu Eigenkompositionen, um in diesen seinen ganz eigenen Fado, sein Schicksal zu finden und in der Seele erklingen zu lassen.
Losgelöst von allen musikalischen Klischees und allein auf die Intimität von Stimme und Flügel vertrauend, begibt er sich in seinen Liedern in einen inneren Zustand kompletter Hingabe, genauso wie Liebe ein solcher Zustand sein kann. Das ist Fado.

Das Album „S I N A L“


„Sinal“/ “Zeichen“ heißt das neue Album von Telmo Pires. Seine erste Zusammenarbeit mit der Berliner Pianistin Maria Baptist. Klar, direkt und voller Kraft klingen die 11 Songs. Drei davon sind neu arrangierte Fado-Standards, die Pires weit entfernt von allen Klischees interpretiert. Die restlichen acht, alle Texte von Pires, sind eigene Kompositionen bis auf „Silêncio no meu coração“/ Stille in meinem Herzen“ (fast a-capella, allein von Pires’ Stimme getragen) und „Num Fado“/„In einem Fado“, die auf klassischen Fadomotiven basieren.

Bereits der erste Song hat „Hit-Charakter“. Mit „Só o meu canto“/„Nur mein Gesang (ist in mir)“ setzt Pires ein klares Statement. Hier steht allein seine Stimme, seine Musik im Vordergrund. Im zweiten Stück „Ovelha negra“, was durch Fernado Maurício bekannt geworden ist, heißt es: „Man nennt mich schwarzes Schaft, weil ich die Regeln nicht anerkenne, das zu sein, was man erwartet“. Man merkt, dass Pires sich nicht durch Zufall gerade dieses Lied ausgesucht hat sondern, dass dieser Text die Art wie er (seit seinem ersten Programm) mit Fado umgeht widerspiegelt.

Mit „Beco da Mouraria“/“Gasse der Mouraria“ nehmen sich Pires und Baptist eines klassischen Fadomotivs an und ergänzen es mit einer Jazzeinlage die die Erwartungshaltung gänzlich bricht und den ganzen Song (gerade den Text) plötzlich in neuem Licht stehen lässt.

„Morena“/“Die Dunkle“ ist eine Hommage an Pires’ Großmutter. Text und Musik stammen von ihm. Sie steht hier allerdings nicht für sich allein sondern für die Heimat, die Natur deren Teil wir sind, die Kreativität und Kraft die unser Leben durchfließen und uns nicht vergessen lassen woher wir stammen.

Pires beendet das Album mit einer Komposition von Alain Oulman, der viele der bekanntesten Fados für Amália Rodrigues schrieb, selbst aber nicht vom Fado, sondern eher aus der Klassik kam. Den Text zu „As mãos que trago“/“Die Hände die ich trage“ stammt von der brasilianischen Schriftstellerin Cecilia Meireles. Pires’ sehr eigene Interpretation könnte an keine Stelle des Albums besser stehen.

Der Fado, die Musik seiner Heimat mit der Telmo Pires groß geworden ist, ist hörbar die Wurzel seiner Kreativität und die Basis von „Sinal“. Aber darauf lässt er es nicht beruhen. Er geht weiter. Gibt ihm mit Maria Baptist neue Wendungen und Farben, bleibt ihm zutiefst treu und macht diese Musik zu „seinem“ Fado.

„Sinal“ ist ein einzigartiges Album. Bewusst und konsequent vom ersten, zarten Piano-Intro bis zum wuchtigen Schlussakkord. Getragen von einer Stimme die berührt und authentischer nicht sein könnte. Pires’ Fado gibt sich nicht beliebiger Traurigkeit und Melancholie hin. Er lamentiert nicht, sondern sucht in der Traurigkeit Kraft.

Gustav Mahler sagte Tradition sei die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche. „Sinal“ ist ein Teil der Flamme.

Eintrittskarten für alle Veranstaltungen

Theater- und Konzertkasse, Große Ulrichstraße 50, Tel. 0345 20 50 226/222/3
Tim – Ticket im Galeria-Kaufhof, Markt, Tel. 0345 565 50 50
MZ - Service-Center, Markt, Tel. 0345 565 56 00
sowie über alle weiteren MZ-Service Center im südlichen Sachsen-Anhalt – Ticket Hot Line: 0345 - 2029771
Ticket – Galerie im StadtCenter Rolltreppe ; 0345 – 6888 6888
MDR Ticket-Galerie in Leipzig, Hainstraße 1, Tel… 0341 14 14 14
sowie alle weiteren CTS – Eventim Vorverkaufsstellen in Mitteldeutschland

Über den Veranstalter - per e-mail unter: Kontakt

Zurück